Freitag, 10. September 2010

Würdet Ihr?

Würdet Ihr am Ende des Gottesdienstes das „Großer Gott wir loben dich“ anstimmen, wenn ihr in Tschornia Padina wohnen würdet?
Ein Dorf mit 100 Einwohnern. Der nächste Arzt ist erst in fünf Viertelstunden mit dem Auto zu erreichen. Die Wegstrecke ist zwar nur 30 Km, aber der Weg ist so schlecht, dass es so lange dauert . Viele Männer trinken und es gibt kaum Arbeit. Die Schule ist die einzige Einrichtung am Ort, wo etwas von Zukunft gehofft werden kann. Leider wird diese Schule im Dezember geschlossen (nur 30 Kinder in den Klassen 1-9). Und doch, die Christen (etwa 15 Personen) mit denen wir am Donnerstagnachmittag die hl. Messe feierten, haben dieses Lied angestimmt und wir haben die 8 Strophen mitgesungen. Bei uns in den Gemeinden reden wir, dass etwas war!! Hier sehen wir, dass etwas wird. Für manche Erfahrung muss man weit fahren. Mit dem Kaplan aus Saratow waren wir gestern um 11.00 Uhr in Saratow gestartet. Um 15.30 Uhr waren wir dort vor der Kapelle. Die Wege sind durch die Bilder beschrieben.
Alle 14 Tage fahren ein Priester und zwei Schwestern in dieses Dorf.
Nach der Messe halten die Schwestern Katechese und spielen mit den Kindern. Der Priester hat Zeit für Gespräche mit den Leuten. Die Freude war groß, dass Besucher aus Deutschland bis in ihr Dorf gekommen sind. Gemeinsam mit einigen Kindern sitzen wir bei Mutter Albina in der Sommerküche und „müssen“ essen (Huhn, Tomaten, Pelmeni, Plini, Tee, Kuchen). Mir gegenüber sitzt ein Junge, der die Pelmeni im Sekundentakt verschlingt… ein Junge wie überall … oder gab es noch keine Mahlzeit? Das Mädchen trinkt nur „ ganz vornehm „ etwas Tee und lacht. Wir machen auch ein freundliches Gesicht, sagen einige Sätze auf Russisch und der Kaplan übersetzt.
Wir gehen etwas über die Dorfstraße.

Am Straßenende wird eine Staubwolke immer größer, denn es ist die Zeit, in der die Schafe und die Kühe von der Weide getrieben werden. Den Tieren sieht man an, dass der Sommer sehr trocken war und dass das Futter knapp ist. Wir gehen aus der Staubwolke und geben die Straße frei. Von einer Frau mit drei Kindern werden wir zum Tee eingeladen. Es ist Zeit für die Nachrichten, die nebenbei mitlaufen. Der Präsident ist sehr oft im Bild zu sehen, wie er sein Land regiert. Wir suchen unser Nachtquartier auf. Dabei müssen wir über die fast dunkle Dorfstraße gehen. Ich hoffe nur, dass die Kühe schon alle auf dem Feld sind…, denn man kann den Weg nicht  richtig erkennen.
Eine kurze Einweisung noch in die Örtlichkeiten: Herzhäuschen über den Hühnerhof links, Banja mit warmen Wassern am Morgen links über den Hof. Matthias hat ein Einzelquartier (Schnarcher) und ich schlafe auf einem eigenen Bett zu Bernhards Füßen, und zwar selig bis 7,30 Uhr...
Die Morgentoilette – siehe Bild!  Frühstück! Und dann fahren wir gleich um 9.00 Uhr los, denn um 13.00 Uhr sollen wir in Saratow sein. Morgen starten wir um 8.00 Uhr mit Clemens nach Syslan und Uljanowsk (600 km). Von Uljanowsk geht es am Montag über Marx zurück.

Kommentare:

  1. Ihr lieben Leser, danke für Eure Kommentare..
    Peter, Matthias und Bernhard

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  2. Die Bilder sind nicht ganz in der Reihe,,, aber ich möchte ins Bett

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  3. na dann eine gute nacht ... und viel erfolg morgen auf der straße unterwegs

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  4. Hallo ihr Drei,

    man kann die Reise so richtig mitverfolgen.
    Danke für die Eindrücke und Bilder und weiterhin viel Mut.

    Liebe Grüße an Alle von Alfred und Irene

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  5. Hallo ihr Reisenden,
    wir sind erstaunt/geschockt über die Verhältnisse in Russland, gleichzeitig aber froh, dass man jeden Tag was von euch hören kann und man weiß, dass es Menschen gibt, die ihre Augen vor der Armut in der Welt nicht verschließen.

    Viel Mut und Ausdauer weiterhin, sowie jeden Tag den Segen Gottes

    Liebe Grüße Damian, Silas, Kathrin

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  6. Hallo Peter und Mitreisende,
    es scheint, als sei die Zeit stehen geblieben. Diese Menschen leben so einfach, dennoch sind sie so gastfreundlich und dankbar.
    Ich danke für diesen ausführlichen Bericht und die aussagestarken Bilder.
    Einen angenehmen Tag und alles Gute für eure weitere Reise wünscht Kerstin.

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